Material

Hier findest du Vorlagen für deinen Auftritt nach außen: fertige Texte für dein Profil, deine Beiträge und deine Gruppen, Bilder im Stil von Ehala, die du selbst beschriftest, und einen Leitfaden, wie du über Geld redest. Dazu Impulse, die du in deine Treffen mitnehmen kannst.

Alles hier ist ein Angebot, keine Vorschrift. Nichts davon musst du benutzen, niemand sieht nach, ob du es getan hast, und wer alles selbst schreibt, macht nichts falsch. Das ist kein Entgegenkommen: Du bist selbstständig, und wenn Ehala dir vorschreiben würde, mit welchen Sätzen du arbeitest, stünde genau das in Frage.

Fertige Texte für dein Profil, einen Beitrag, die Beschreibung einer Gruppe und die Frage nach dem Preis.

Dein ProfilWer du bist und wofür du da sein möchtest.

Hier hast du den meisten Spielraum, denn dein Profil ist am weitesten vom Kaufen entfernt. Was hier steht, darf persönlich sein, ausführlich und unbequem.

  • Kein Krankheitsbegriff, auch nicht als Zielgruppe und auch nicht als Warnung. „Für Menschen mit …“ und „nicht geeignet bei …“ nennen beide eine Krankheit in einer Werbeaussage — der zweite Satz ist gut gemeint und trotzdem nicht erlaubt.
  • Deine eigene Geschichte darfst du erzählen, auch die schwere Fassung. Was sie in Werbung verwandelt, ist der Satz, der sagt, dass das hier weggeht.
  • Keine Zahl als Beleg. Wie viele Menschen du begleitet hast, gehört nicht auf die Seite; wie groß eine Gruppe ist und wie lange ein Treffen dauert, sehr wohl.
  • Kein Titel, den niemand geprüft hat. Was du gelernt hast, darf dastehen, wenn es stimmt.

Wenn dir alles zu dick aufgetragen vorkommt, was du sonst so liest.

Titel

Ich leite eine Gruppe für Männer, die zu viel arbeiten.

Kurztext

Dienstagabend, acht Leute, anderthalb Stunden. Wir reden über das, wofür tagsüber kein Platz ist. Ich bin gelernter Schreiner, seit vierzehn Jahren selbstständig, und ich kenne die Sorte Müdigkeit, die ein Wochenende nicht wegnimmt.

Deine Geschichte

Ich habe zwölf Jahre lang gearbeitet wie jemand, der etwas beweisen muss, und irgendwann nicht mehr gewusst, wem. Was mir geholfen hat, war kein Buch und kein Seminar, sondern vier Männer, die sich einmal die Woche hingesetzt und ehrlich geantwortet haben. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass das der ganze Vorgang war.

Deine Fragen

Wann hast du das letzte Mal jemandem gesagt, wie es dir wirklich geht? · Was tust du eigentlich, wenn niemand zusieht? · Wovon redest du seit Jahren und tust es nicht?

Ein BeitragEin Text von dir, öffentlich unter deinem Namen.

Hier hast du viel Freiheit. Meinung, Widerspruch, eine Frage, die wehtut — das ist hier nicht nur geduldet, sondern gewollt.

  • Ein Text über ein schweres Thema ist keine Werbung — bis zu dem Satz, der auf deine eigene Gruppe zeigt. Dann gelten für den ganzen Text die Regeln einer Ankündigung.
  • Wenn du am Ende auf deine Gruppe hinweisen willst: ein Satz, sachlich, ohne Überleitung vom Text darüber. Nicht „und genau dafür gibt es …“.
  • Nicht gegen Menschen und nicht gegen „das System“. Abgrenzung in der Sache ist erwünscht, Empörung zieht die Falschen an.

Eine Beobachtung, die für sich steht.

Titel

Warum Männer über alles reden, nur nicht über sich

Auszug

Es liegt nicht daran, dass sie nicht können. Es liegt daran, dass nie jemand gefragt hat und irgendwann keiner mehr damit rechnet.

Erster Absatz

In jeder Männergruppe, die ich kenne, dauert es zwei Treffen. Beim ersten wird über Arbeit geredet, beim zweiten über Fußball, und irgendwann in der dritten Woche sagt einer einen Satz, der nicht dazugehört, und alle schauen kurz auf den Tisch. Danach ist es eine andere Gruppe. Ich habe lange gedacht, das sei Vertrauen, das man aufbaut. Ich glaube inzwischen, es ist einfacher: Es ist das erste Mal, dass jemand fragt und dann still ist.

Deine GruppenDie Beschreibung einer Gruppe oder eines offenen Treffens.

Hier gelten die strengsten Regeln der vier: Es geht um Geld, und das Gesetz erfasst schon das Ankündigen. Was hier steht, gilt als Werbung, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

  • Kein Ergebnis. „Was daraus wird, weiß ich nicht“ ist ein besserer Satz als jedes Versprechen — und der ehrlichere.
  • Keine Verknappung. Keine Restplätze, keine Frist, kein Preis, der morgen steigt. Wenn eine Gruppe voll ist, sagst du das, weil es zutrifft.
  • Für wen es gedacht ist, beschreibst du in Lebenslagen, nie in Diagnosen.
  • Sagen, für wen es nicht passt, ist erlaubt und ist die stärkste Einladung, die es gibt — solange dabei keine Krankheit vorkommt.

Alles, was jemand wissen muss, bevor er zusagt.

Name

Dienstagsgruppe

Beschreibung

Acht Männer, die zu viel arbeiten und es niemandem erzählen. Zwölf Treffen, jedes anderthalb Stunden, jeden Dienstag um 20 Uhr per Video. 25 € im Monat, monatlich kündbar. Jeder kommt zu Wort, es gibt keine Zuschauer. Was daraus wird, weiß ich nicht — das ist der ehrliche Teil.

„Was kostet das?“Die Antwort auf die Frage, die dir jemand direkt stellt.

Steht in keinem Formular — die Frage kommt im Gespräch. Die Spielregeln gelten trotzdem, bei offenen Treffen ganz besonders.

  • Nenn die Zahl zuerst und rechtfertige sie nicht. Jede Erklärung vor der Zahl klingt wie eine Entschuldigung, und Menschen hören das.
  • Ein Nein wird gehört, nicht bearbeitet. Kein „was hält dich wirklich davon ab“, kein zweites Nachfassen im selben Gespräch.
  • Biete nie deine Gruppe als Antwort auf etwas Schweres an, das jemand gerade erzählt hat. Das ist die hässlichste Form von Werbung und die, die sich am freundlichsten anfühlt.
  • Wer die Gruppe nicht zahlen kann, ist bei den offenen Treffen richtig: Drei in den ersten vier Wochen kosten nichts, danach gibt es das Abo für offene Treffen. Sie sind vollwertig — kein Trostpreis, und keine Ratenzahlung als Umweg um ein Nein.

Die kürzeste brauchbare Antwort. Wenn du unsicher bist, nimm diese.

Wenn jemand fragt, was es kostet

25 € im Monat, monatlich kündbar. Dafür einmal die Woche eine Stunde in derselben Gruppe, dazu die offenen Treffen.

Wenn jemand zögert

Lass dir Zeit damit. Das erste offene Treffen kostet nichts — komm da erst mal dazu und schau es dir an.

Wenn jemand Nein sagt

Alles gut. Wenn sich das mal ändert, weißt du ja, wo du mich findest.