Glossar

Grenze

Keine Mauer gegen andere, sondern eine Auskunft über dich.

Wie es benutzt wird

Grenzen setzen klingt nach Abwehr: Nein sagen, sich schützen, jemanden auf Abstand halten. Es klingt nach etwas, das man gegen jemanden tut.

Was es meint

Eine Grenze sagt zuerst etwas über den, der sie zieht: Bis hierhin geht es mir gut, und dahinter nicht mehr. Sie ist damit näher an einer Wetterauskunft als an einem Zaun — sie beschreibt einen Zustand, statt jemanden auszusperren.

Deshalb funktionieren Grenzen schlecht, wenn sie als Vorwurf kommen. „Du bist übergriffig“ ist ein Urteil über den anderen; „das ist mir zu viel“ ist eine Auskunft, und mit einer Auskunft kann jemand etwas anfangen.

Und Grenzen sind beweglich. Was letztes Jahr ging, geht heute vielleicht nicht mehr — das ist keine Inkonsequenz, sondern die einzige ehrliche Form.

Wer eine Grenze zieht und danach erklärt, warum sie berechtigt ist, hat sie nicht gezogen, sondern um Erlaubnis gebeten.

Hängt zusammen mit

Alle Wörter