Glossar

Karma

Heißt Handlung, nicht Strafe. Der Unterschied ist erheblich.

Wie es benutzt wird

Karma ist die kosmische Quittung: Wer Böses tut, bekommt es zurück. „Das ist Karma“ sagt man mit einer gewissen Genugtuung über jemand anderen.

Was es meint

Das Wort heißt Handlung. Nicht Schicksal, nicht Vergeltung — Handlung. Die ursprüngliche Idee ist nüchtern: Was du tust, hat Folgen, und viele davon wirken auf dich zurück.

In dieser Fassung ist es kaum zu bestreiten. Wer lügt, muss sich merken, was er gesagt hat. Wer andere klein hält, ist von kleinen Leuten umgeben. Das braucht kein Universum, das mitschreibt — es reicht die Zeit.

Als Gerechtigkeitsmaschine gelesen wird es unbrauchbar und ziemlich grausam: Sie erklärt jedes Unglück zur verdienten Rechnung. Wer krank ist, hat es sich zugezogen; wer arm ist, hat vorher etwas falsch gemacht. Das ist der Punkt, an dem aus einer Beobachtung ein Urteil über Menschen wird, die ohnehin unten sind.

Wenn du „Karma“ denkst und dabei auf jemand anderen schaust, ist es fast immer Schadenfreude mit besserer Kleidung.

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