Glossar
Schatten
Nicht das Böse in dir, sondern das, was du an dir nicht sehen willst.
Wie es benutzt wird
„Schattenarbeit“ klingt nach dunklen Anteilen, nach dem Bösen im Menschen, nach etwas, das man bearbeiten und loswerden muss.
Was es meint
Der Schatten ist einfach der Teil von dir, den du nicht anschaust — nicht weil er böse wäre, sondern weil er nicht in dein Bild von dir passt. Bei manchen ist es die Wut. Bei anderen die Bedürftigkeit, der Ehrgeiz, die Angst oder die eigene Größe.
Deshalb ist im Schatten regelmäßig auch Gutes. Wer gelernt hat, bescheiden zu sein, hat womöglich sein Können dort abgelegt. Das Wort führt in die Irre, wenn man es nur als Sammelstelle für Schlechtes liest.
Was man daran arbeiten kann, ist einfacher als es klingt: hinsehen. Nicht abschaffen — was man abzuschaffen versucht, drückt an anderer Stelle wieder heraus.
Was dich an anderen zuverlässig auf die Palme bringt, ist ein guter erster Ort zum Nachsehen. Nicht immer, aber überraschend oft.