Glossar

Vergebung

Eine Forderung aufgeben — nicht sagen, sie sei unberechtigt gewesen.

Wie es benutzt wird

Verzeihen klingt danach, dass es in Ordnung gewesen sei. Deshalb sträuben sich viele Menschen dagegen, und sie haben damit recht.

Was es meint

Im Wort steckt geben. Vergeben heißt: eine Forderung aufgeben. Nicht: sie sei nie berechtigt gewesen.

Das ist der Unterschied, an dem fast alles hängt. Wer vergibt, sagt nicht „es war nicht schlimm“. Er sagt „ich stelle die Rechnung nicht mehr“. Beides lässt sich trennen, und erst dann wird das Wort überhaupt brauchbar.

Sie braucht auch keine zwei Menschen. Sie kann jemandem gelten, der nichts davon erfährt, der nichts bereut oder der tot ist. Was sie nicht ist: eine Pflicht. „Du musst vergeben“ ist derselbe Übergriff wie „du musst loslassen“ — und meistens sagt es jemand, dem das Thema unangenehm ist.

Erkennbar daran, ob die Geschichte beim Erzählen noch ihre volle Wucht braucht. Wo sie ohne auskommt, ist etwas aufgegeben worden.

Hängt zusammen mit

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